Sprachkurse – Mitten im Leben - Ein Rückblick auf die ersten 6 Monate

„Es erfüllt uns mit großer Freude, wenn wir sehen, welche Lernfortschritte unsere Kursteilnehmer in dieser kurzen Zeit erreicht haben“, zeigt sich Sprachlehrerin Charlotte zufrieden, wenn sie auf die vergangen sechs Monate seit Start der Sprachkurse am Hafkhorst zurückschaut.

An drei Tagen in der Woche unterrichten zwölf ehrenamtliche Sprachlehrer/innen und Sprachhelfer/innen in zwei Alphabetisierungs-  und zwei Einstiegskursen. In beiden Kursen stehen besonders Alltagssituationen auf verschiedenen Lernniveaus im Zentrum des Unterrichtsgeschehens : wie „Essen und Trinken“, „Einkaufen“, „Wohnen“, „Gesundheit“ und „Verkehr“

Der Unterricht greift – je nach Jahreszeit - aber auch immer wieder besondere Feste und Feiertage wie Weihnachten, Karneval oder Ostern auf. In der Weihnachtszeit wurden z.B. deutsche Weihnachtslieder erlernt und gesungen, Plätzchen gebacken und eine gemeinsame Weihnachtsfeier im Flüchtlingsheim durchgeführt. „Am Beispiel von aktuellen Festen im Jahreskreis können die Geflüchteten die deutsche Lebensweise und Kultur am besten kennenlernen“, schildert Charlotte, „Die Flüchtlinge haben dann auch aus ihrer Heimat erzählt, und wir haben festgestellt, dass es durchaus auch Gemeinsamkeiten in den unterschiedlichen Religionen gibt“
 
Die Lernvoraussetzungen der Kursteilnehmer/innen reichen von Analphabeten, die sich erst mühsam das Lesen und Schreiben des Alphabets aneignen müssen, bis hin zu akademisch Vorgebildeten, die sich auf die B1-Prüfung vorbereiten. Letzteres ist eine Lernstufe im Rahmen des „Deutsch-Test für Zuwanderer“. Er ist Vorrausetzung für die Niederlassungserlaubnis oder die Aufnahme einer Berufsausbildung.

Die  Alphabetisierungsgruppen arbeiten  grundlegend mit dem Lehrwerk Alpha-Plus, während in den Deutsch- Einstiegskursen die Lehrwerke des Hamburger ABC und das Buch Herzlich willkommen eingesetzt werden.


Die Lernatmosphäre in den Sprachkursen am Hafkhorst ist als sehr positiv - ja manchmal schon als familiär zu betrachten. „Unsere Schüler/innen verstehen und helfen sich untereinander. Sie fühlen sich wohl in >ihrem Sprachraum<," erklärt  Sprachlehrerin Charlotte.

Der größte Teil der Sprachteilnehmer ist sehr wissbegierig und eifrig bei der Sache. Sie besuchen nicht nur einen Kurs, sondern nehmen regelmäßig an allen Kursen zur Alphabetisierung und auch am Kurs für Deutsch-Einsteiger teil.    

Von ganz ähnlichen Erfahrungen weiß auch Hannah, ehrenamtliche Sprachlehrerin in der Flüchtlingsunterkunft an der Borkstraße, zu berichten. „Einige besonders eifrige Schüler/innen kommen sogar regelmäßig nach ihren Integrationskursen. Sie nutzen die Chance einzeln oder in Kleingruppen unterstützt zu werden. Außerdem kommen Bewohner/innen aus anderen Flüchtlingsheimen in der Nähe regelmäßig zu unseren Kursen.“ Denn auch in der Borkstraße ist ein engagiertes Team von  Sprachlehrern und -helfern von „Willkommen in Mecklenbeck“ tätig. Sie unterrichten an drei Tagen in der Woche einen Alphabetisierungs- und einen Einstiegskurs Deutsch parallel.
Eine große Hilfe für die Sprachkurse an beiden Standorten stellt die an manchen Tagen parallel zu den Sprachkursen stattfindende ehrenamtliche Kinderbetreuung dar. „Die Angebote für Kinder erleichtern uns den Unterricht ungemein, weil sich die Eltern viel besser konzentrieren können. Einige Kinder warten schon am Eingang auf unsere Ehrenamtlichen und genießen das gemeinsame Spielen. Das möchten wir gerne auf alle Sprachkurse ausdehnen, wenn wir weitere Ehrenamtliche finden.“


Besichtigung der Flüchtlingsunterkunft

Am 5.Juli fand die offizielle Begehung der Flüchtlingsunterkunft am Hafkhoft statt,
die ab dem 6.Juli von ca. 60 Menschen bezogen wurde.

 

Unterkünfte wurden bezogen

Am 8.Juli wurden die neuen BewohnerInnen des Hafkhorst von der Willkommensgruppe
mit einem symbolischen Brot und Salzgeschenk im Stadtteil begrüßt.

Eröffnung der neuen Flüchtlingseinrichtung am Hafkhorst noch offen

Der bereits für Anfang Juli geplante Bezug der Flüchtlingsunterkunft in Mecklenbeck verzögert sich auf Grund der aktuell geringen Flüchtlingszahlen.


Die Trägerschaft der temporären Einrichtung übernimmt die Stadt Münster. Die Betreuung der 100 Flüchtlinge vor Ort wird von einem Sozialarbeiter und einem Hausmeister übernommen.

26. Mai 2016
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Zweigeschossiger Neubau in Holzrahmenbauweise 10. April 2016
10. April 2016